Futtermittelallergie beim Hund

Futtermittelallergie beim Hund

Ein schwieriges Thema und gefundenes Fressen für die Futtermittelindustrie

Jeder Mensch kratzt sich, wenn es irgendwo juckt. Das ist ein natürlicher Reflex. „Nicht kratzen, waschen!“ pflegten unsere Großeltern mahnend zu sagen. Klar, wenn wir wochenlang nicht duschen und unsere Haare waschen, dann juckt irgendwann die Haut. Das wird uns zivilisierten Menschen jedoch kaum noch passieren, unser Geruchssinn ist Sauberkeit gewöhnt und niemand möchte mit rümpfenden Nasen in der Disko oder im Supermarkt konfrontiert sein. Das wäre zu peinlich.

Wenn es jedoch trotz Hygiene und Reinlichkeit, die uns in Fleisch und Blut übergegangen sind, trotzdem juckt? Wir Menschen haben es leicht, die Ursache herauszufinden. Unser Körperempfinden und unser Verstand veranlassen uns, neue Waschmittel, Shampoos oder Bodylotions zu vermeiden, bestimmte Nahrungsmittel weg zu lassen und die Symptome zu kontrollieren oder notfalls beim Arzt einen Allergietest zu machen.

Unsere Hunde haben diese Möglichkeiten nicht, sie sind auf unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge angewiesen. Beginnt unser Hund urplötzlich zu kratzen, sich zu erbrechen oder hat Durchfall, stehen wir oft zunächst ziemlich ratlos da. Wo beginnen wir?

Natürlich zunächst mit einem Besuch beim Tierarzt. Er wird Fell-, Haut-, Kot- und Blutuntersuchungen vornehmen, um beispielsweise Parasiten, Magen-Darm-Krankheiten oder andere Ursachen auszuschließen.

Bekommen wir dann die Diagnose „gesund“, können wir uns erstmal glücklich schätzen. Aber dann beginnt das eigentliche Suchspiel.

Allergie oder Futtermittelintoleranz?

Die Symptome gleichen sich oft und machen eine Diagnose schwierig. Schauen wir uns die Begriffe einmal genauer an, ohne das Verständnis eines Mediziners vorauszusetzen. Einfachst erklärt:

Eine Allergie (griechisch = Fremdkörperreaktion) bezieht das Immunsystem mit ein. Ein bestimmter Stoff (Allergen) wird vom Körper als gefährlich eingestuft.

„Kenne ich nicht, brauche ich nicht, will ich nicht.“

Es beginnt eine Abwehrreaktion, die Bildung von Antikörpern, Histaminen und damit Entzündungen, Juckreiz oder Durchfall. Obwohl eine eigentlich ungefährliche Substanz dem Körper einfach nur gänzlich unbekannt ist, programmiert ihn das Immunsystem auf Verteidigung. Diesen einen Stoff wird der Körper nie wieder tolerieren und immer mit Entzündungssymptomen reagieren.

Antiallergika aus der Apotheke gegen Heuschnupfen oder Pollenallergien werden von Medizinern daher „Antihistaminika“ genannt. Also Medikamente, die diese Histamine unschädlich machen.

Wir kennen alle die Vergleiche von sterilen Stadtkindern mit Kindern, die auf Bauernhöfen aufgewachsen sind und im Mist von Kühen und Schweinen gespielt haben. Die Landkinder sind längst nicht so anfällig gegen Allergien wie Stadtkinder, ihre kleinen Körperchen haben schon früh gelernt, mit „Dreck“ umzugehen. Ihr Immunsystem zuckt mit den Achseln, wenn sie später mal eine Katzentoilette sauber machen oder einen Stall ausmisten werden. Auch andere Allergene, die für Stadtkinder in der Tat gefährlich werden können, sind für das Immunsystem der Landkinder keine Herausforderung.

Dass Immunsysteme lernen können, zeigen sogenannte „Desensibilisierungsprogramme“. Hier werden unter ärztlicher Aufsicht Menschen mit beispielsweise einer Katzenhaarallergie Schritt für Schritt mit Katzen konfrontiert und man kann es kaum glauben, das Immunsystem ist gar nicht so stur und lernt mit der Zeit, Katzen als unbedenklich einzustufen. 

Wir wollen Allergien keineswegs verharmlosen. Eine einzige Erdnuss kann einen Menschen mit einer Nussallergie töten. Das Immunsystem will die Nüsse schon gar nicht im Körper haben und befiehlt den Schleimhäuten im Hals- und Rachenraum extrem anzuschwellen und der Allergiker erstickt.

Nahrungsmittelintoleranzen haben in der Regel andere Ursachen. Aber, wie gesagt, die Grenzen der Symptome sind verschwommen. Im Prinzip geht es darum, dass der Körper bestimmte Nährstoffe nicht oder nicht mehr verstoffwechseln kann, also nicht „verträgt“.

Eine Intoleranz ist eigentlich schlicht eine „Unverträglichkeit“. Um ein Nahrungsmittel aufzuspalten, zu verdauen und in den Blutkreislauf zu transportieren, braucht unser Verdauungssystem Enzyme. Kann der Körper diese Enzyme nicht oder nicht genügend bilden, bleibt das Nahrungsmittel unverdaut im Magen-Darm-Trakt und verursacht Durchfall oder ähnlich unangenehme Symptome.

Enzyme sind beispielsweise Fruktase, die für die Verdauung von Fruktose (Fruchtzucker) benötigt wird, oder Laktase zur Aufspaltung von Laktose (Milchzucker). Eine Laktoseintoleranz ist also keine Allergie, sondern eine Unverträglichkeit. Der Körper kann nicht genügend Laktase in den Mengen bilden, in denen wir Laktose zu uns nehmen.

Übrigens entwickeln die meisten Menschen und Säugetiere nach dem Abstillen (Muttermilch) eine Laktoseintoleranz. Daher vertragen Hunde und Katzen keine Milch und die gesamte asiatische Bevölkerung ist bekannt für dieses „Leiden“. Erst seit ein paar Jahren exportieren wir Milch und Molkereiprodukte nach Asien, der Konsum von Milch und Käse ist dort neuerdings eine Modeerscheinung. Es tut den Menschen nicht gut, aber auch wir wollen ja mal sündigen. Machen wir uns einfach bewusst, dass Kuhmilch eigentlich für Kälbchen gedacht ist und für sonst niemanden. Und wir sind keine Kälbchen. Das nur am Rande.

Welche Symptome werden bei Hunden durch Allergien oder Unverträglichkeiten ausgelöst?

Die Liste ist nicht besonders lang:

  • Juckreiz
  • Kratzen, Rupfen und Aufbeißen des Fells
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Erbrechen 

Das Suchspiel beginnt.

Worin stecken Allergene?

Die Suche nach Parasiten steht an erster Stelle. Viele Hunde reagieren allergisch auf Milben, Flohkot oder Flohspeichel. Auch ein Wurmbefall muss zwingend ausgeschlossen werden.

Die üblichen Verdächtigen verstecken sich im Hundefutter. Es sind verschiedene Eiweiße, mit denen das Immunsystem nicht klar kommt. Als besonders allergieauslösend gilt das Eiweiß von:

  • Rind
  • Schwein
  • Milch
  • Ei
  • Soja
  • Weizen

Wir verzichten zunächst auf die Bewertung dieser Komponenten im Hundefutter, dazu später.

Welche Futtermittel könnten Intoleranzen verursachen?

  • Milch (Laktoseintoleranz)
  • Obst (Fruktoseintoleranz)
  • Gluten
  • Getreide

Gehen wir also zunächst unsere Vorratsschränke durch, lesen die Deklarationen auf den Futterdosen und Trockenfuttertüten. Auch über die Zutaten der Leckerchen müssen wir uns informieren. Nehmen wir uns die Zeit, eine Liste zu schreiben. So sehen wir schwarz auf weiß, womit wir unseren Hund tatsächlich füttern.

Steht in den Deklarationen beispielsweise „tierische Nebenerzeugnisse“, kann das von jedem Tier stammen: Euter von der Kuh, gemahlene Hufen von Rindern oder Pferden, Federn von Enten, Hühnern und Truthähnen oder (ekelerregend aber legal) geschredderte verendete Tiere oder Küken.

Wir haben also überhaupt keine Ahnung, was genau unser Hund frisst und welche Proteinquellen beteiligt sind.

Und genau an diesem Punkt müssen wir umdenken. Nur mit einer Ausschlussdiät können wir den Übeltäter finden, der unseren Hund quält. 

Die Ausschlussdiät

Dieser Begriff klingt genauso simpel, wie er ist: Für ein paar Wochen lassen wir alles weg, was der Hund bisher gefressen hat und wählen nur eine einzige Proteinquelle. Es gibt ein paar Fleischsorten, die wenig oder gar keine Allergene haben:

  • Pferd
  • Lamm
  • Geflügel
  • Über exotische Tiere wie Strauß, Känguru oder Krokodil weiß man bisher noch nicht viel. Man könnte sie ausprobieren, muss man aber nicht.

Als allergiearm (hypoallergen) gelten auch Kohlenhydrate wie Reis oder Amaranth. Da wir jedoch der Meinung sind, dass Getreide in Hundefutter eh nichts zu suchen hat, sparen wir uns derartige Empfehlungen.

Spätestens jetzt solltet Ihr über BARF nachdenken.

B.A.R.F. bedeutet „Biologisch artgerechtes Rohfutter“. Im Prinzip geht es beim Barfen darum, die Beutetiere unserer Katzen und Hunde nachzubauen und zu füttern. Wir haben tolle ausführliche Artikel darüber.

Abgesehen von vielen weiteren Vorteilen dieser gesunden und artgerechten Ernährung für Hunde liegt bei der Suche nach der Ursache einer Allergie oder Intoleranz ein Aspekt klar auf der Pfote: Ihr bestimmt selbst, was in den Napf kommt. Im Rahmen einer Ausschlussdiät füttert Ihr eine einzige Fleischsorte und eine Ballaststoffquelle. Keine dubiosen „tierische Nebenerzeugnisse“, keine Farb- oder Konservierungsstoffe. Selbst die Leckerchen könnt Ihr entweder selbst herstellen oder aus Eurer gewählten Proteinquelle bei uns getrocknet beziehen.

Getreide lassen wir komplett weg, das braucht kein Hund und ist allenfalls entzündungsfördernd.

Lassen nach einer Weile die Qualen Eures Hundes nach, seid Ihr auf der richtigen Fährte. Wenn nicht, müsst Ihr die Fütterung aus anderen Proteinquellen testen. Es gibt hier kein Wundermittel. Aber das Barfen macht es Euch einfacher, als Dose für Dose oder Trockenfutter für Trockenfutter durchzuprobieren. Milchprodukte müssen in diesem Stadium auch nicht sein. Die könnt Ihr antesten, wenn Ihr herausgefunden habt, was Euer Hund verträgt.

Konsequenz führt zum Erfolg. Lasst Euch keinesfalls früher gewohnte Leckerchen oder Dosenfutter abbetteln. Werdet Ihr rückfällig, wirft Euch das für Tage oder Wochen zurück. Bleibt stur. Auch wenn Euer Hund das besser kann.

Die Futtermittelindustrie mal wieder.

Die Futtermittelindustrie wäre keine Industrie, wenn sie in der Problematik der Futtermittelallergien und -intoleranzen nicht ihren Markt entdeckt hätte. Regaleweise findet Ihr im Supermarkt und im Zoofachhandel Dosen und Trockenfuttertüten mit der Aufschrift „hypoallergen“, also allergiearm. Auch in Tierarztpraxen stehen solche Produkte an vorderster Front. „Sensitiv“ ist auch eine beliebte Aufschrift. Der große Vorteil ist der Profit der Hersteller und die Provision der Tierärzte. Aber ehrlich und zielfördernd ist das nicht.

Ob „Geflügel mit Reis“ oder „Lamm mit Amaranth“, alle diese Produkte sind einfach nur sauteuer und sorgen durch die Vermarktung auf Youtube selbst durch Tierärzte als Influencer lediglich für ein gutes Gewissen und einen leeren Geldbeutel. Das muss nicht sein.

Proteinquellen für eine ehrliche Ausschlussdiät findet Ihr hier bei uns. Wir von BARFeGO® haben alle Komponenten wie Pferd, Lamm oder Geflügel sowohl als Frischfleisch als auch getrocknet für Leckerchen. Selbst Gemüse und alle Supplemente könnt Ihr bei uns bestellen. 

Und das Beste: Ihr könnt superschnell wechseln, wenn Ihr auf der falschen Spur seid. Wir haben keine Mindestbestellmengen und liefern innerhalb von 2 Stunden. 

Wir erleichtern Euch die Ausschlussdiät gewaltig. Schaut Euch in Ruhe um und fragt uns, wenn Ihr unsicher seid.

Zurück zum Blog